Viel zu entdecken in den Kristallmanufakturen der Vogesen

Der Nebel legt sich auf die Wipfel der großen Laubwälder und verwischt die Konturen der Vogesen. In dieser Atmosphäre laden außergewöhnliche Glas- und Kristallmanufakturen dazu ein, die Welt des Transparenten zu entdecken. Hier genießen Sie wohlige Wärme, rund um die glühenden Münder der Öfen, in der schillernden Welt der Feuermagier.

Glasbläserkunst in Meisenthal

Lange Zeit zogen sie als wanderndes Volk umher, dann ließen sich die Glasmacher 1704 in Meisenthal nieder. Im Jahr 1858 erfanden sie dort die Weihnachtskugel. Während sich das auf dem Gelände befindliche Glasmuseum 2020 einer Renovierung unterzieht, führen die Glasbläser des Internationalen Zentrums für Glaskunst ihre Arbeit fort und lassen aus der Glasschmelze zarte Objekte entstehen, wie z. B. die Vase „Fleur“ der Designerin Françoise Minot. Sie blasen das Glas frei, nutzen dafür also keine Form. Dabei lassen sie die Blütenblätter sich einzeln sanft entfalten, bevor diese fest werden – ein echtes Rennen gegen die Zeit.
Glashütte Meisenthal (Externer Link)

Das Kristallmuseum Saint-Louis lädt zum Staunen ein

Ein hoher Glockenturm aus rosa Sandstein überragt die imposanten Kristallwerke von Saint-Louis-lès-Bitche, die 1767 als königliche Manufaktur errichtet wurden. Dort begann 1781 die Erfolgsgeschichte des Kristalls in Kontinentaleuropa. In der großen Produktionshalle selbst stellt das Musée du Cristal Saint-Louis 2.000 seltene Stücke aus, wie Gegenstände aus Opalglas oder Briefbeschwerer, Aiguièren oder Jardinieren. Während die Besucher alle Verformungen und Verwandlungen dieses edlen Glases verfolgen, laufen sie eine leichte Steigung hinauf bis zum Höhepunkt der Führung: einem Aussichtsbalkon, von dem aus sie die Arbeit der Glasmacher beobachten können.
La Grande Place - Musée du Cristal-Saint Louis (Externer Link)

Den Geheimnissen des Kristalls auf der Spur – in der Cristallerie Saint-Louis

Mundgeblasen und handgeschliffen – das sind die Charakteristika des berühmten Thistle-Kristalls, wie der Versailles-Vase. Eine Galerie mit Blick auf die Grande Halle lässt die Besucher die Transformation des Materials miterleben: Glühende Kugeln, die bei 1.300 Grad Celsius vom Ende des Stabs abgepflückt werden, dann werden sie mundgeblasen, geschnitten, geformt, erhitzt, neu gezogen, und das immer wieder aufs Neue. Sobald die Kugel dreißig Kilo wiegt – das Gewicht der Versailler Vase – muss sie innerhalb weniger Minuten geformt werden. Eine enorme Herausforderung.

Dann kommen Kaltarbeit, Schneiden, Gravieren, Vergolden. All diese Schritte werden unter dem wachsamen Auge der Prüferinnen (choisisseues) durchgeführt. Die Cristallerie Saint-Louis ist die weltweit einzige Manufaktur, die Besucher jeden Tag in die Geheimnisse dieses Handwerks einweiht. Eine Reservierung beim Museum ist erforderlich.
Cristallerie Saint-Louis (Externer Link)

Strahlende Augen im Lalique-Museum

Los geht es in einem schwarzen Raum, der von einem drei Meter hohen Lüster in Form eines großen Zapfens erhellt wird: René Lalique ließ aus Glas sowohl riesige Springbrunnen als auch winzige Broschen entstehen. Der Juwelier und
Glasmachermeister war 61 Jahre alt, als er sich in Wingen-sur-Moder niederließ.
Das Lalique-Museum befindet sich in der früheren Halle der Glashütte. Seine schöne Architektur wird von einem grünen Hügel eingerahmt. Hier lässt sich die weltweit größte Sammlung von Lalique Parfüm-Flakons bewundern. An einem Fühltisch können Sie mit Ihren Fingern die satinierte Oberfläche der Bacchantes-Vasen ertasten. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit bringt das Event „Happy Cristal“ Ihre Augen zum Strahlen.
Lalique-Museum (Externer Link)

Besuch bei einem Glashüttenbesitzer im Château du Hochberg

Gegenüber des Lalique-Museums, in Wingen-sur-Moder, liegt das Château du Hochberg, der ehemalige Wohnsitz der Glashüttenbesitzer. Hinter der Fassade aus rosa Sandstein im Stil Napoleons III. verbirgt sich raffiniertes Interieur: hängende Glaskunstwerke an der Bar, Blumensträuße in Lalique-Vasen sowie Lalique-Medaillons von Dahlien oder Schwalben, die in die Spiegel der 15 Hotelzimmer eingearbeitet sind. Ein Anbau aus Stein und Glas, entworfen von Mario Botta, befindet sich in der Mitte des Parks. Er beherbergt das Restaurant. Hier lässt sich Glas in grüner Umgebung genießen.

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