Das Institut Giacometti in Paris - eine Entdeckungsreise

40 Jahre lang formte Alberto Giacometti in seinem Atelier im Stadtteil Montparnasse Silhouetten und Köpfe. Mit der Eröffnung des Instituts Giacometti erwacht dieser mythische Ort wieder zum Leben. Seien Sie unter den Ersten, die diesen fantastischen Ort entdecken, an dem noch immer der kreative Geist eines der größten Bildhauer des 20. Jahrhunderts spürbar ist. Tauchen Sie mit uns in das persönliche Universum Giacomettis ein.
Ein Atelier im Atelier

Da das Originalatelier 1972 abgerissen worden war, musste ein neues, dem Geist des Ortes entsprechendes Gebäude gefunden werden. Die Giacometti-Stiftung entschied sich für eine denkmalgeschützte Villa im Art-Déco Stil in Montparnasse, die bereits dem Dekorateur Paul Follot als Atelier gedient hatte.

Die Villa ist mit wunderschönen Mosaiken im Erdgeschoss verziert. Sie wurde vom Dekorateur Paul Follot in Zusammenarbeit mit dem Architekten Pierre Selmersheim entworfen und zwischen 1912 und 1914 in der Rue Victor Schoelcher 5 erbaut. Von 1913 bis 1916 hatte Pablo Picasso im Nachbarhaus, Nummer 5 bis, sein Atelier. Die Schriftstellerin Simone de Beauvoir lebte von 1955 bis zu ihrem Tode 1986 in den Nummern 11 und 11 bis.

Die erbrachte Leistung ist beachtlich: Das Atelier wurde im Depot der Giacometti-Stiftung rekonstruiert und zeigt sich nun den Besuchern in einer von den Architekten entworfenen spektakulären Inszenierung. Die hochtransparente Verglasung und die Stufen erfüllen eine Doppelfunktion: Sie dienen dem Schutz der Werke und erlauben gleichzeitig, ihnen ganz nahe zu kommen.

Alberto Giacometti war ein zwanghafter Zeichner, der auf allen Oberflächen, einschließlich der Wände, kritzelte. Letztere wurden vor der Zerstörung gerettet, sorgfältig restauriert und sind nun als Zeugen eines unerschöpflichen Kreationsprozesses für die Öffentlichkeit zu sehen. Die Notizbücher des Künstlers befinden sich im Grafik-Kabinett, einer außergewöhnlichen Sammlung von fast 5.000 Zeichnungen und Lithographien.

Unveröffentlichte Werke

Inmitten der vielfältigen und berührenden Sammlung von Möbeln und Objekten, die von der Witwe Alberto Giacomettis aufbewahrt worden waren, unterstreichen über 70 Bronze- und Gipsskulpturen, von denen 40 eigens restauriert wurden, die Bedeutsamkeit des Ortes. Viele Werke waren ihrer Zerbrechlichkeit wegen bisher nie ausgestellt worden.

Unveröffentlichte Werke

Inmitten der vielfältigen und berührenden Sammlung von Möbeln und Objekten, die von der Witwe Alberto Giacomettis aufbewahrt worden waren, unterstreichen über 70 Bronze- und Gipsskulpturen, von denen 40 eigens restauriert wurden, die Bedeutsamkeit des Ortes. Viele Werke waren ihrer Zerbrechlichkeit wegen bisher nie ausgestellt worden.

Kostbarkeit nach Maß

Bei der Renovierung des Erd- und Zwischengeschosses wurde besonders Bedacht auf die Erhaltung des ursprünglichen Dekors gelegt, welches den Übergang zwischen Jugendstil und Art-Déco zeigt. Ziel war es, die sich im Lauf der Zeit ändernden Stile zu betonen und zeitgenössische Elemente hinzuzufügen.

Die Büste des sitzenden Mannes (auch bekannt unter dem Namen Eli Lotar III) ist eine der letzten Tonskulpturen des Künstlers und ein Symbol seiner unermüdlichen Auseinandersetzung mit der Materie sowie auch der Atmosphäre seines ihn spiegelnden Refugiums, Schaffens- und Lebensraumes. „Seine ganze Person ist vom Grau seines Ateliers erfüllt“, sagte der Schriftsteller Jean Genet, der oft im Atelier anzutreffen war und dessen Freundschaft mit Giacometti die erste Sonderausstellung gewidmet ist.

Von einer Überraschung zur nächsten

Mit unterschiedlich hohen Zwischendecken, verschiedenen Ebenen und einem Labyrinth aus kleineren Ausstellungsräumen erschuf der Architekt Pascal Grasso einen perspektivischen Rundgang, der "voller Überraschungen und Ereignisse" ist. Die innere Seele der Werke kommt in diesem Rahmen voll zum Erblühen. Die Statuengruppe "Frauen von Venedig" wird hier zum ersten Mal in Frankreich ausgestellt.