Geschichte und Kultur von Französisch Polynesien

  • Die Marquesas-Inseln

    © Tahiti Tourisme - Isabelle Ozan

    Die Marquesas-Inseln

    © Tahiti Tourisme - Isabelle Ozan

  • Tahiti

    © kirklandphotos.com

    Tahiti

    © kirklandphotos.com

  • Tahiti

    © GIE TAHITI TOURISME - G. LE BACON

    Tahiti

    © GIE TAHITI TOURISME - G. LE BACON

Geschichte und Kultur von Französisch Polynesien pf

Geschichte und Tradition

Als im Jahr 1767 Louis-Antoine de Bougainville seinerseits Tahiti entdeckte, blieb er nur zehn Tage auf dieser Insel, die er „Nouvelle-Cythère“ taufte. Es sah diesen Namen als Hommage an die Bewohner, die ihm einen herzlichen Empfang bereitet hatten. Die Aufzeichnungen, die er nach diesem Besuch anfertigte, trugen zum Mythos des polynesischen Paradieses bei. Die Gastfreundschaft der Polynesier ist in der Tat legendär. Die Blumenkränze, die jeder Besucher am Flughafen empfängt, sind dafür nur eines unter vielen Beispielen.

Seit einigen Jahren leben auch jene alten Sitten und Gebräuche wieder auf, die seit ewigen Zeiten zur polynesischen Identität gehörten. Dazu gehören Musik und Tanz Polynesiens, die im Übrigen eine starke kommunikative Funktion haben. Über Jahrhunderte von Generation zu Generation auf entlegenen Atollen und in unzugänglichen Tälern weitergereicht, erlebt diese Tradition nun ihre Renaissance, etwa im „Haka“ der Marquisen-Inseln, Tamure, Himene, Ori… Kraftvoller aber charmanter Ausdruck, symbolische Gesten und wundervolle Ausstaffierung (Kostüme, Blumenkränze) prägen diese künstlerischen Darbietungen. Man begegnet ihnen vor allem bei Festen und Zeremonien, unter denen die Heiva i Tahiti im Juli den alljährlichen Höhepunkt darstellt. Dabei kommen auch die traditionellen „Sportarten“ und Fertigkeiten zu Ehren: Stein-Stemmen, Palmen-Klettern, Speerwerfen, Rennen der Obstträger, Zubereitung der Kopra, Öffnen von Kokosnüssen und natürlich die spektakulären Pirogen-Rennen in der Lagune. Stets nutzen die polynesischen Künstler das Fest, ihre schönsten Arbeiten im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren.

Die traditionelle Kunst verwendet verschiedenste Ausdrucksformen, wie etwa die Tapas (reich dekorierte Stoffe) von den Marquisen-Inseln, gravierter Perlmutt vom Tuamotu-Archipel, polierte Kokosnüsse, Tifaifai (Patchwork in kräftigen Farben mit Blumenmotiven) und Pāreu aus Baumwolle mit Hibiskus-Darstellungen sowie geflochtenen Körbe und Hüte.

Kunstliebhaber werden die zahlreichen Museen auf Tahiti zu schätzen wissen: das Museum von Tahiti und seinen Inseln, das Perlenmuseum Robert Wan, das Muschel-Museum und das Paul-Gauguin-Museum.

Vorchristliche Legenden und Kulte, wie die der Götter Oro oder Hiro, fanden ihren raum in den Marae, sakralen Orten, die auch den Krönungszeremonien der Stammeskönige dienten. Von diesen sind noch zahlreiche Reste erhalten.

Wussten Sie schon warum das Tätowieren so heißt?

Der etwas abgewandelte name – Tätowierung – für diese sehr populäre Art des Körperschmucks stammt aus der Sprache Polynesiens. Für die Pazifik-Völker bedeutet diese Kunst weit mehr als eine bloßes ästhetisches Verlangen. Tätowierungen besaßen ihren eigenen Code und drückten den sozialen Status einer Person aus. Sie kündeten von bestandenen Initiations-Prüfungen, von erbrachten Leistungen oder von der Rolle im Rahmen des Stammes. Die heutigen Tätowierungen dienen eher dem Ausdruck der Persönlichkeit und künden stolz von der Zugehörigkeit zu einem Clan oder einer Insel (etwa die Marquisen-Inseln oder Bora Bora). Zahlreiche Touristen bringen von ihrem dortigen Aufenthalt eine bleibende Erinnerung heim, ein Tattoo, das sie in einem der mit modernen Apparaten ausgestatteten Studios erhalten haben.

Unsere Empfehlung

Leben auf polynesische Art: Mehr als 250 Familienhotels, Pensionen, Gästezimmer oder Faré (Bambushäuser) bieten die Gelegenheit, das Leben der Polynesier aus nächster Nähe kennenzulernen. Man begleitet die Gastgeber zum Fischen, kocht mit der „Mama“, erlernt das Flechten… und singt anschließend das hohe Lied vom Lebensrhythmus dieses Inselparadieses!