Le Var: Ein Ort der Superlative

  • © Var Tourisme / Christian Raolisson

    © Var Tourisme / Christian Raolisson

  • © Var Tourisme / Emmanuel Dautant

    © Var Tourisme / Emmanuel Dautant

  • © Var Tourisme / Nicolas Barraqué

    © Var Tourisme / Nicolas Barraqué

  • © Var Tourisme / Albain Fievet

    © Var Tourisme / Albain Fievet

Le Var: Ein Ort der Superlative

Ein besonders abwechslungsreicher Landstrich erstreckt sich zwischen dem Esterel-Gebirge und Bandol im Süden Frankreichs. Das Departement Var zwischen Provence und Côte d’ Azur verzaubert mit mondäner Küstenatmosphäre, kraftstrotzender Natur und purer Lebensfreude und bietet touristische Attraktionen wie die Verdonschlucht, die provenzalischen Dörfern des Pays de Fayence und den berühmten Hafenort Saint-Tropez.

Als eine der grössten Ferienregionen der Republik hat der Tourismus im Var auch eine lange Tradition. Lange bevor der sommerliche Badeurlaub überhaupt in Mode kam, strömten schon Touristen hierher. Zu verdanken ist das der High Society. Alles begann im Jahr 1760. Damals verbrachten die feinen Damen und Herren der vorwiegend britischen Gesellschaft den Winter wegen des milden Klimas in der Hafenstadt Hyères. Selbst George IV., König von Grossbritannien, Irland und Hannover, residierte dort während den kalten Monaten.

Dass bei einer solchen Klientel das Gold nicht fehlen darf, versteht sich von selbst. Da traf es sich gut, dass die drei vor der Küste liegenden Inseln Porquerolles, Port Cros und Le Levant golden schimmernde Küsten haben. Bis heute kennt man sie als Îles d’ Or (Goldinseln). Porquerolles, die grösste der drei Inseln, erstreckt sich lediglich über sieben Kilometer und ist daher leicht mit dem Mountainbike zu erkunden. Sowohl der Leuchtturm im Süden als auch das Cap des Mèdes im Osten sind so gut zu erreichen. Das etwas wildere Port Cros gilt dagegen als Taucherparadies, während Le Levant, die «Insel des Sonnenaufgangs», zu 90 Prozent militärisches Sperrgebiet ist. Der Rest ist in der Hand von Anhängern der Freikörperkultur.

230 Strände und Buchten

So unterschiedlich sind auch die anderen rund 230 Strände und Buchten des Departements. Einige geben sich ruhig und gediegen, während andere laut und belebt sind. Wer den Fokus auf Letzteres legt und Spass sucht, sollte sich die vielen Tier-, Wasser- und Abenteuerparks nicht entgehen lassen. Auch mit Festen geizt das Departement Var nicht. Wie auch an anderen Orten der Blauen Küste ziehen im Frühling farbenfrohe Blumenumzüge durch die Strassen. Konzerte und Festivals reihen sich das ganze Jahr über aneinander. Darunter das «Festival International de quators à cordes en Pays de Fayence» im Herbst, eine der bedeutendsten Veranstaltungen für Kammermusik in ganz Europa. Dabei erschien das Streichquartett-Festspiel anfangs als kühne Idee, weil es ausserhalb der Hauptsaison stattfindet. Doch mittlerweile existiert es seit 26 Jahren. Nicht zuletzt dank der provenzalischen Dörfer des Pays de Fayence, die ihre ganze Schönheit vor allem im Herbst entfalten. Dieses Jahr findet das Fest vom 25. Oktober bis 1. November statt (http://quatuors-enpaysdefayence.com).

Da das Var auch mit guten Weinbaugebieten punktet, sollte man keinesfalls die «Fête du Millésime Bandol» verpassen. Sie findet jeweils am ersten Sonntag im Dezember statt, dieses Jahr am 7. Dezember. Auf dem Programm stehen Degustationen mit bekannten Sommeliers sowie kulinarische Köstlichkeiten der Region (www.vinsdebandol.com).

Über 300 Schiffe

Etwas früher, vom 27. September bis 5. Oktober, zeigt sich das Var von seiner sportlichen Seite, wenn sich die Segelfans zu einer einzigartigen Regatta zusammenfinden. Über 300 moderne sowie klassische Schiffe wetteifern um ein erfolgreiches Saisonfinale. Denn vor Saint-Tropez endet die Regattaserie für Hochseeyachten im Mittelmeer. Und ganz nebenbei verwandelt sich der exklusive Hafen in ein Postkartenmotiv aus dem frühen 20. Jahrhundert (www.lesvoilesdesaint-tropez.fr).

Kurz danach, vom 8. bis 12. Oktober, kommen die Biker beim «Roc d’ Azur» auf ihre Kosten. Das internationale Mountain-Bike-Festival ist das grösste seiner Art und schliesst die Orte Fréjus, Roquebrune-sur Argens und Sainte-Maxime mit ein. Neben den spektakulären Rennen der rund 18 000 Biker warten unter anderem Shows, ein BMX-Contest, Kinder-Parcours und 300 Aussteller auf die etwa 150000 Besucher (www.rocazur.com).

Le Var hat aber noch viel mehr zu bieten: Die Naturdestination lässt sich gut zu Fuss, hoch zu Ross oder per Velo entdecken. Entlang der Küste finden Wanderer beispielsweise die so genannten Zöllnerpfade aus der Zeit Napoleons.

Zum Netz der Jakobswege gehört die Strecke von Menton nach Arles, die der alten römischen Strasse «Via Aurelia» folgt. Auf diesen 138 Kilometern lassen sich die Gebirgsketten Esterel, das Massif des Maures und die Massif de la Sainte-Baume entdecken. Aber auch kulturell ist diese Tour mit der Stadt Fréjus und ihren römischen, mittelalterlichen und Belle-Epoque-Bauten ein Highlight.
Ein Stück weiter wird es gar etwas mystisch. Dann zeigt sich die Krypta von Saint-Maximin-La Sainte Baume mit den Reliquien der Heiligen Maria Magdalena. Verpassen sollte man auch auf keinen Fall die Zisterzienserabtei «Le Thoronet». Das Kloster gilt als eines der beeindruckendsten architektonischen Beispiele der romanischen Epoche in der ganzen Provence.
Eine Etage tiefer begeistert die Unterwasserwelt die Taucher. Angesichts ganzer Wiesen mit Seefächern, Felswänden mit Blumentieren, vieler Zackenbarsche, Zahnbrassen und anderen spannenden Spezies kommen hier sowohl Taucher und Schnorchler als auch Biologen auf ihre Kosten. Passionierte Wracktaucher finden ihren Kick bei den weit über 50 Schiffswracks, die in dieser Gegend ihren letzten Ruheplatz gefunden haben. Var Tourisme gibt dafür eine Karte auf Englisch und Französisch mit den beliebtesten Tauchspots heraus.

250 Kilometer Reitwege

Über der Oberfläche eignet sich das Mittelmeer für Wassersportaktivitäten wie Jet-Ski, Wind- oder Kitesurfen, Ausflüge per Segel- oder Motorboot oder zum Sportfischen. Fischen kann man auch in den Flüssen des Var, die ebenso für turbulentere Aktionen wie River-Rafting zur Verfügung stehen. Die steile Umgebung lädt zudem zum Klettern und Canyoning ein, während ein Trip durch die Verdonschlucht nicht fehlen darf.
Auch der Reittourismus nimmt stetig an Bedeutung zu. Mittlerweile gibt es das Anbieter-Netzwerk «Réseau de tourisme équestre et d’animation Equi’ découverte», das ganzjährig Ausritte anbietet. Der erste, 130 Kilometer lange Abschnitt wurde auf den Hügeln und in der Ebene des «Massif des Maures» angelegt. Weitab vom Strassenverkehr macht er einzigartige Touren durch eine herrliche Landschaft mit Ausblicken bis aufs Mittelmeer möglich. Das ganze Equi-Découvertes-Netz umfasst mittlerweile 250 Kilometer ausgeschilderte Reitwege mit speziell auf die Bedürfnisse von Reiter und Pferd ausgerichteten Rastplätzen und Herbergen sowie Reitzentren.
Bei einem Ausritt trifft man sicher auch auf einen Winzer, der einen in die Geheimnisse des edlen Traubensafts einweiht. Nicht umsonst ist die Region weltberühmt für ihre kostbaren Rosé-Weine. Doch auch die weissen und roten sind nicht zu verachten. Zu den besonderen Anziehungspunkten zählen die Weinberge und Weinkeller rund um den Ort Bandol. Und ob zu Ross oder Velo, ein Schlückchen kann schliesslich niemand verwehren.

Praktische Informationen

Anreise ins Var:

  • Per Flugzeug: Unweit des Departements befindet sich der internationale Flughafen von Nizza, der von Swiss und EasyJet ab Basel und Zürich angeflogen wird. Die Flugzeit beträgt circa eine Stunde.
  • Per Zug: Mit dem TGV geht es direkt von Basel nach Marseille in knapp fünfeinhalb Stunden. Ausserdem verkehren ab Zürich und Basel auch TGV-Verbindungen mit einmal umsteigen in Genf, Dijon oder Lyon, die Toulon und St-Raphaël als Ziel haben. Die Fahrtzeit beträgt sechs bis siebeneinhalb Stunden.
  • Per Auto: Selbstfahrer gelangen am besten via Genf, Chiasso, Mailand, Genua und Menton (A7) ins Departement Var. Wer Zeit hat, kann auch abseits der Autobahn fahren: Die schöne «Route des Grandes Alpes» führt beispielsweise von Thonon-les-Bains nach Menton. Und die «Route Napoléon von Grenoble» führt nach Golfe-Juan und weiter der Küste entlang nach Saint-Raphaël.

Vor Ort:

Im Var angekommen durchquert die A8 das Departement und bedient das Pays de Fayence, den Estérel, den Golf von Saint-Tropez, das zentrale Var und die Sainte-Baume. Die A57 verbindet die Gegend um Toulon mit dem zentralen Var, so dass man in nur einer Stunde zur Verdonschlucht gelangt. Die A570 verbindet Toulon mit Hyères, und die A50 die Westküste mit Toulon.

Informationen: www.visitvar.fr


Quelle: Alain Bossu und Daniela Poschmann

Weitere Informationen