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Kunst-Sommer in der Hauptstadt der Côte d’Azur

Kunstgenuss Die Museen von Nizza laden in diesem Sommer zu acht verschiedenen Ausstellungen um den Künstler Henri Matisse ein. Auch Marc Chagall wird im Verlauf des Jahres gefeiert.

Für Kunstliebhaber ist Nizza im laufenden Jahr ein Muss. Die Hafenstadt im Südosten Frankreichs lockt mit zahlreichen Veranstaltungen um zwei bekannte Meister. Anlässlich des 50. Jubiläums des
Matisse-Museums finden in den Sommermonaten acht Ausstellungen rund um den bedeutenden Vertreter der Klassischen Moderne statt. Das Nationalmuseum Marc Chagall feiert sein 40-jähriges Bestehen und plant im Verlauf des Jahres drei Sonderausstellungen zur Würdigung des Expressionisten.

Henri Matisse wurde 1869 im Norden Frankreichs geboren, ab 1916 und bis zu seinem Tod 1954 lebte der Künstler auf Anraten seines Arztes hauptsächlich in Nizza. Denn das milde Mittelmeerklima wirkte seiner chronischen Bronchitis entgegen. Hier arbeitete Matisse unermüdlich an den für ihn typischen flächenhaften Farbgebungen und spannungsgeladenen Linien und liess sich von den warmen Farben des Südens inspirieren. Zudem befasste er sich vermehrt mit Ornamenten und Scherenschnitten und schuf abstrakte Werke wie etwa «La Piscine». Die feierliche Übergabe dieses Keramik-Werks von der Familie Matisse an die Stadt stellt den Höhepunkt des Kunstsommers in Nizza dar. Die Ausstellung im Musée des Beaux-Arts (Museum der schönen Künste) zu Ehren des Lehrmeisters von Matisse, Gustave Moreau, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Diese Ausstellung organisiert die Stadt Nizza in Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum Gustave Moreau und dem Musée d’Orsay. Die beiden Ausstellungen «La Postérité de l’esthétique matissienne» (die Nachwirkung von Matisse’s Ästhetik) im MAMAC (Museum für moderne und zeitgenössische Kunst) und «Palmier, palmes et palmettes » (Palmen und Palmwedel) im Masséna-Museum erlauben einen tieferen Einblick in das Werk des Künstlers.

Wie Matisse verbrachte auch Chagall seine letzten Lebensjahre in der Nähe von Nizza. 1965 vermachte er der Stadt 17 Bilder, woraufhin der Bau des Nationalmuseums der biblischen Botschaft Marc Chagall beschlossen wurde. Es ist das weltweit einzige Museum, das dem gebürtigen Russen gewidmet ist und es wurde noch zu Lebzeiten und in Anwesenheit des Künstlers eröffnet. Inzwischen ist die Kollektion auf über 300 Werke angewachsen.

Bis Mai läuft im Museum noch die Ausstellung «Marc Chagall d’une guerre à l’autre» (von einem Krieg zum andern). Die Europäischen Kriegswirren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Chagall massgeblich geprägt, vor allem die Februarrevolution 1917, die er in Petrograd im Zentrum des Geschehens miterlebte. War der Maler zu Beginn vom Umbruch begeistert, so verliess er seine Heimat fünf Jahre später wegen der mangelnden Zukunftsaussichten unter Lenin. Die politische Instabilität Europas trug bestimmt zu seinem rastlosen Leben bei, das ihn bis nach Amerika und wieder zurück trieb.

Damit nicht genug: Ab Juni rücken mit der Ausstellung «Marc Chagall devant le miroir» die Selbstportraits des Impressionisten in den Vordergrund. Und am 7. Juli, am Geburtstag Chagalls, gibt Mikhail Rudy im grossen Auditorium des Museums ein Klavierkonzert.


Gut zu wissen
Anreise
Per Flugzeug:
Der Flughafen «Aéroport Nice Côte d‘Azur» liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Tägliche Direktflüge mit EasyJet ab Basel und mit Swiss ab Zürich.
Mit dem Zug:
Zum Beispiel mit TGV ab Basel mit Umsteigen in Dijon rund acht Stunden.
Im Auto:
Wer sich selbst ans Steuer setzen will, hat die Wahl zwischen kleinen Strassen im hübschen Hinterland oder der schnellen A7, die den vielversprechenden Namen «Autoroute du Soleil» (Sonnenautobahn) trägt.

Unterkünfte
Nizza hat ein aussergewöhnlich grosses Angebot an Hotels: Es umfasst fast 200 Unterkünfte mit mehr als 10 000 Zimmern. Da findet sich garantiert für jeden Geschmack und alle Bedürfnisse etwas – sei es in einem barocken Palast, einem stilvollen Designhotel, einem lauschigen Hôtel de Charme, einer schicken Fünfsterne-Bleibe oder einem Business-Hotel mit der nötigen Infrastruktur für Seminare und Kongresse.

Mehr darüber:
www.nicetourisme.com

Schlemmen wie Gott in Nizza

Gaumenfreude Die Metropole am Mittelmeer ist ein Feinschmeckerparadies

Der mediterranen Küche eilt ein gesunder Ruf voraus. Zahlreiche Studien beweisen, dass eine Diät reich an Meeresfrüchten, Olivenöl und frischen Gemüsesorten Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck,Herz- und Stoffwechselproblemen vorbeugt.

Wer an die Côte d’Azur reist, kann sich selber überzeugen, dass man dort nicht nur sehr gesund, sondern auch wahnsinnig gut isst. Und was besonders einladend wirkt: Es gibt für jedes Portemonnaie etwas Leckeres – sei es in einem luxuriösen Gourmet-Tempel mit Sternen und Punkten, einem saisonalen Strandrestaurant direkt  am Wasser oder einem einfachen Bistro in der Altstadt von Nizza.

Nizza ist neben Lyon die einzige Stadt Frankreichs, deren Name direkt mit der Küche in Verbindung gebracht wird: Die Cuisine Niçoise, im Dialekt auch nissarde genannt. Um die traditionellen Rezepte zu bewahren, wurde unlängst das Label «Cuisine Nissarde» eingeführt. Restaurants, welche dieses Siegel tragen, sind an einem Schild mit einer Frau in der Tracht Nizzas erkennbar. Einige Leckerbissen, die man auf keinen Fall verpassen sollte: Pissaladière (Zwiebelkuchen mit Sardellen und Oliven), Daube (Rindsragout in Oliven und Wein eingelegt) oder Poche de veau farcie (mit Gemüse und Kräutern gefüllte Kalbsbrust). Und dann sind da natürlich noch die zahlreichen Fischgerichte und Meeresfrüchte: Mit Raffinesse zubereitete Sardinen, Rotbarben und Goldbrassen oder die Estocaficada – ein Stockfischeintopf mit Kartoffeln, Tomaten, Oliven, Paprika, Olivenöl, Zwiebeln und Knoblauch.

Kein Gaumenschmaus ohne einen edlen Tropfen: Nizza ist die einzige Stadt Frankreichs, die sich mit einem eigenen AOC-Weinberg brüsten darf, in dem ein paar der ältesten Rebsorten des Landes gedeihen.

www.nicetourisme.com

Quelle:Handelszeitung - Anna Frei

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