Interview mit Martin Walker: Tipps für Ihren Aufenthalt im Périgord

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    Martin Walker - © Klaus Einwanger

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Interview mit Martin Walker: Tipps für Ihren Aufenthalt im Périgord Périgord fr

Die Kriminalromane von Martin Walker mit ihren lebhaften Beschreibungen des Périgord haben schon viele dazu verführt, diese Region Frankreichs zu besuchen. Wir haben den Autor nach seinen Lieblingsorten und Tipps im Périgord befragt.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingsort im Périgord?

Mein Zuhause mit dem bunt gestalteten Innenhof voller Blumentöpfe und Geranien, wo wir im Sommer gemeinsam im Schatten eines alten Baumes essen. Um den Baum herum ist ein zirkulärer Kräutergarten angelegt, nur wenige Schritte von der Küche entfernt. Unser Garten ist voller Gemüse und Obstbäume. Sogar Hühner laufen umher. Wir haben einen Auslauf für die älteren Hühner sowie für die Küken und Fasane. Im Sommer schreibe ich im Taubenturm und blicke über den Garten und den Fluss Vézère, auf die sanfte Hügellandschaft, in der sich das Weingut La Vitrolle und das charmante Dorf Limeuil befinden. Diese ehemalige gallische Festung wurde übrigens damals von Julius Cäsars Legionen gestürmt. Außerdem fanden Archäologen hunderte von Kalksteinscherben, auf denen jeweils identisch aussehende Tiere eingraviert waren. Vermutlich befand sich dort vor über 12000 Jahren eine prähistorische Kunstschule.

Was sollten Besucher, die zum ersten Mal im Périgord sind, auf jeden Fall unternehmen?

Die einzigartigen prähistorischen Höhlenmalereien in Lascaux sind nicht nur atemberaubend, sie bieten auch eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass unsere Vorfahren vor 18.000 Jahren ebenfalls über eine künstlerische Sensibilität verfügten, welche der unseren heutzutage ähnelt. Die mittelalterlichen Burgen Beynac und Castelnaud blicken sich finster über den Fluss Dordogne an, wie sie es bereits im hundertjährigen Krieg taten, als die eine Burg zu Frankreich, und die andere zu England gehörte. Das Schloss Commarque stammt noch aus den Zeiten von Karl dem Großen. Flussaufwärts, in dem mittelalterlichen Städtchen Domme, bietet sich dem Besucher einer der atemberaubendsten Blicke Frankreichs. Weiter nördlich liegt das Renaissance-Schloss Hautefort, das problemlos mit den Bauten aus dem Loire-Gebiet mithalten kann. Auch ein Kanutrip auf der Vézère von Montignac nach Saint Léon sur Vézère, vorbei am Château de Losse, oder auf der Dordogne vorbei an Castelnaud und Beynac ist unbedingt empfehlenswert.

Ihr regionales Lieblingsessen? Ihr Lieblingsrestaurant?

Mein Lieblingsrestaurant ist das Vieux Logis in Trémolat. Es verbindet das Beste der französischen Küche mit modernem Flair und einer starken Gebundenheit zu Foie Gras und schwarzen Trüffeln und wunderbarem Wild aus unserer Region. Es verfügt auch über eine sehr gute Auswahl an tollen und bezahlbaren Bergerac Weinen. Mein Lieblingsgericht ist Boeuf Bourguignon in einer Périgord-Version, die meine Frau und ich entwickelt haben. Darin verwenden wir Bergerac Wein und ein Glas unseres hausgemachten «Vin de Noix» (Nusswein) für den besonderen Geschmack.

Ihr Lieblingsspaziergang in der Region?

Ich habe zwei Lieblingsspaziergänge. Der urbane ist in der Altstadt von Périgueux, mit seinen mittelalterlichen Straßen und Gassen, sowie dem Haus, in dem die Königin Catherine de Médicis verweilte. Die Place St. Louis, wo wir uns jedes Jahr im November treffen, um das beste Foie Gras zu bestimmen, ist das Herzstück des périgourdinischen Pâté. Ich verbinde diesen Spaziergang meistens mit meinem samstäglichen Ausflug auf den Markt. Auf dem Land mache ich am liebsten einen dreistündigen Marsch, der in Les Eyzies startet und über den Fluss zur Gorge d’Enfer führt. Ein Fußweg bringt den Wanderer auf den Grat des Hügels, wo er einen wunderbaren Ausblick genießen kann. Den Schildern folgend gelangt man über La Barbarie und Le Grel zur Vézère bei Le Peuch und von dort am Fluss entlang zurück nach Les Eyzies.

Ein Ort bei schlechtem Wetter

Besuchen Sie die Höhlen, und zwar nicht nur die bekannte Höhle von Lascaux mit ihren wundervollen 18.000 Jahre alten Malereien, denn es gibt so viele mehr: Bernifal, mit dem extrem seltenen Menschengesicht; Font de Gaume, mit den Kinderhandabdrücken aus prähistorischer Zeit; Cap Blanc, wo die Tierskulpturen aus der Wand zu springen scheinen; Combarelles, mit eingravierten Tieren auf 200 Metern. Und wenn Sie genug Höhlen gesehen haben, gehen Sie zur Maison des Vins in Bergerac, suchen Sie sich eine Übersicht aller Weingüter von Bergerac und genießen Sie dort eine Weindegustation.

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