Kultur

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Die aus der "métissage" (Völkermischung) hervorgegangene Kultur von Guadeloupe ist in den verschiedensten Bereichen zu erkennen, im Alltag, in der kreolischen Sprache, in der Architektur, im Kunsthandwerk, in der Literatur und in der Musik.



Musik und Tanz

die allgegenwärtige Musik der Antillen entstand aus der Mischung der Kulturen und spiegelt ihre europäische und afrikanische Herkunft wider: einerseits die von Trommeln begleiteten Lieder der Arbeiter, die dem Gwo Ka angehören und somit vor allem afrikanisch geprägt sind, andererseits die von der europäischen Quadrille, einer Orchestermusik, beeinflussten "Biguines". Die Quadrille hat es ermöglicht, in die Musikgesellschaften von Guadeloupe neue Klänge wie die Geige oder das traditionelle Akkordeon zu integrieren. Später, in den 80er Jahren, führte ihre Verschmelzung zur Geburt des "Zouk" mit der Gruppe Kassav. Die Texte
wurden auf kreolisch gesungen, die Trommeln gaben den Rhythmus an und das Tempo stammte aus der Biguine. Der populärere Gwo Ka wird von Trommeln geprägt und von sieben Rhythmen begleitet: "Léwoz, Toumblak, Grage, Kaladja, Woulé, Mindé, Padjanbel".


Feste

Die Einwohner von Guadeloupe feiern eine Vielzahl glanzvoller Feste. Die Feste für die Heiligen der jeweiligen Gemeinden, das Fest der Köchinnen sowie die traditionellen Feste bieten den Besuchern die Gelegenheit, die kulturelle Vitalität der Inseln zu bewundern. Diese von einem reichen Erbe genährte kulturelle und künstlerische Kraft macht Guadeloupe zu einem beliebten Urlaubsziel, wo man das lebende Schauspiel vor allem in Pointe-à-Pitre (Kunstzentrum), in Basse-Terre (Scène Nationale Artchipel) und in vielen weiteren Städten der Inselgruppe genießen kann.

Das Fest der Köchinnen um den 10. August an demjenigen Samstag, der dem Heiligen Laurent am nächsten liegt, versammeln sich die Köchinnen aus allen Teilen der Insel mit ihren Madras auf dem Kopf und in ihren traditionellen Trachten. Sie kommen, um Körbe und fertig zubereitete Gerichte in der Peter-und-Paul-Basilika segnen zu lassen. Auf den Gottesdienst folgen ein Umzug und ein großes Festessen.

Die malerischen Dorffeste, die stimmungsvollen, inbrünstigen "chanté Nwèl" (Weihnachtssingen), die mitreißenden Straßenfeste anlässlich des farbenprächtigen Karnevals sind die Zeichen einer Kultur, die tief in ihrer Erde und in ihrer einzigartigen Geschichte verwurzelt ist. Selbstverständlich vergessen wir auch nicht die traditionellen "Courses de canots" (Fischerboot-Segelregatta), die Hahnenkämpfe und natürlich die internationale Radrundfahrt, die immer noch die beliebteste Attraktion der Insel ist.

 

Der Karneval


Der im 17. Jahrhundert von Siedlern eingeführte Karneval beginnt am ersten Sonntag im Januar und endet am Aschermittwoch. Der Sonntag ist traditionell den Themenumzügen gewidmet, bei denen die Einwohner in allen Gemeinden zum größten Vergnügen aller verkleidet durch die Straßen ziehen. Trommeln, Blasinstrumente und Pfeifen begleiten die große Menge der Karnevalisten. Der Fastnachtsdienstag ist der Tag der Karnevalszüge und großen Paraden. Der Aschermittwoch ist der "Grand Vidé" in Schwarz-Weiß und wird mit der Beisetzung der traditionellen Figur "Vaval", einer riesigen Puppe aus Papier und Stoff, die den Geist des Karnevals symbolisiert, beendet. Diese wird verbrannnt, um im nächsten Jahr wieder auferstehen zu können, und markiert somit das Ende der Festlichkeiten. 



Allerheiligen

Während im französischen Kernland Allerheiligen eher trist begangen wird, ist auf Guadeloupe die Stimmung sowohl andächtig als auch festlich. Allerheiligen ist eines der wichtigsten Feste der Einwohner von Guadeloupe, die bei Nachteinbruch die Gräber im wahrsten Sinne des Wortes mit zahlreichen Kerzen bedecken.


Literatur, Frauen und Belletristik

Lange waren die Chronisten und ihre Reiseberichte die einzigen Zeugnisse der neu besiedelten Inseln, wie zum Beispiel Jean-Baptiste du Tertre (Allgemeine Geschichte der von Franzosen besiedelten Antillen - L'Histoire générale des Antilles habitées par les Français, 1640). Die Literatur des 19. Jahrhunderts wurde von der Sehnsucht der Siedler nach einer verschwundenen Welt dominiert, wie bei Pirié Saint-Aurèle, Rosemond de Beauvallon und Saint-John Perse. Erst ab den 1930er Jahren entstand eine Literatur der Antillen aus den Bewegungen der "négritude", "antillanité" und "créolité", die in den Schriften von Aimé Césaire, Léopold Sédar Senghor (Balles d'Or, 1961) und Damas zum Ausdruck kommt. Die Inseln von Guadeloupe zeichnen sich durch die Präsenz von Schriftstellerinnen aus, die totgeschwiegene Frauenschicksale aufdecken. Die bekanntesten sind Maryse Condé, die Autorin des berühmten Roumans "Segou-Saga" sowie Simone Schwartz-Bart und Giséle Pineau.


Die Erinnerungen der Inseln von Guadeloupe

Die alten Steine tragen in sich die Geschichte und die Erinnerungen dieser Inseln. Museen, Befestigungen, Ruinen, historische Gebäude oder archäologische Sammlungen sind Zeugen der faszinierenden Vergangenheit der Inselgruppe.

 

Kulinarische Genüsse


Die Küche der Antillen ist das Ergebnis der Geschichte der verschiedenen Kulturen mit europäischen, afrikanischen und indischen Aromen und Einflüssen. Die Kreolische Küche ist eine gelungene Mischung der europäischen Küche mit afrikanischen Zutaten, orientalischen Aromen und Produkten aus der Karibik. Man findet viele Gerichte auf der Grundlage von Stockfisch oder Pökelwaren. Diese Tradition stammt aus der Zeit, als die Inseln von Guadeloupe noch über große Schiffe aus La Rochelle, Bordeaux oder Nantes versorgt wurden. Diese Gerichte wurden mit verschiedenen Wurzeln (Chinakohl -"madère"-, Yamswurzel, Süßkartoffel, Maniok), die von den afrikanischen Sklaven importiert wurden, oder mit einem ganzen Sortiment an Gewürzen und Trockengemüse, die aus Indien und Afrika kamen, zubereitet.

Was wären die Antillen ohne den Rum? Pur oder mit Früchten, er wird jedem Geschmack gerecht. Der Ti-Punch ist eine eigene Lebensart! Die Entdeckung der Inseln von Guadeloupe ist auch die Gelegenheit, um sich an frischen Fruchtsäften zu erfreuen, aus Ananas, Guave, Maracuja, Pflaume, Zuckerrohrsaft oder Kokosmilch...

Die Inseln von Guadeloupe besitzen eine unvergleichliche
Geschmackspalette, die man auf ihren farbenprächtigen Märkten wieder findet:

 

  • den Kaffee, der von einer Sorte von außergewöhnlicher Qualität, dem Bouchon Pointu stammt, der die besten Kaffees der Welt erzeugt und heute einen neuen Aufschwung erlebt.
  • den Kakao, der in kremigen heißen Schokoladen eingenommen wird.
  • die Vanille, Königin der Gewürze, mit ihren breiten, sehr parfümierten Schoten.
  • die Gastronomie der Inseln von Guadeloupe beruht auf einer Palette von raffinierten Gewürzen: Kurkuma, Safran, weißer und schwarzer Pfeffer, Kümmel, Ingwer, Zimt, Muskatnuss und "bois d'Inde" (westindischer Lorbeer).
  • und schließlich der "Miel pays" (einheimischer Honig), ein kulinarischer Schatz, den die Einwohner von Guadeloupe so schätzen!

 


Einige Spezialitäten


Von Früchten im Überfluss bis zu seltenen Gewürzen, von traditionellen Wurzeln bis zu raffinierten Fischen, vom Kakao für Genießer bis zu parfümierter Vanille, von köstlichem Kaffee bis zu hochwertigem Rum bieten die Inseln von Guadeloupe eine breite, leckere Spezialitätenpalette!

 

  • "Accras de morue" (Stockfisch-Accras): überall erhältliche kleine frittierte Stockfischbällchen.
  • "Boudin créole": traditionelle, kreolische Blutwurst
  • "Boudin cochon": mit Krebs-, Fechterschneckenfleisch oder Fisch gefüllte Wurst
  • "Colombo": ein Gericht, das mit einem Pulver zubereitet wird, das unter anderem aus Kurkuma besteht, oft mit Hühnchen-, Ziegen- oder Schweinefleisch und meistens mit Reis als Beilage.
  • "Lambi" (Fechterschnecke) als Frikassee, geschmort, im Fischsud oder gegrillt.
  • "Migan de fruit à pain": ein traditionelles Gericht der Antillen mit geschnittener Brotfrucht und gesalzenen Schweinefleisch
  • "Matété de crabe" (Krebs-Matété): ein Gericht, das traditionell zu Ostern und Pfingsten gegessen wird.
  • "Ouassous": große, im Fischsud zubereitete Flusskrebse mit Reis oder Wurzeln.
  • "Tourment d'amour": eine Spezialität aus Törtchen mit Kokosnuss, Bananen oder Guave.

 

 

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