Dijon

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Freudig erwartete Trauernde


«Musée des Beaux-Arts» Nach der Renovation eines grossen Teils des Musée des Beaux-Arts in Dijon erstrahlen der Herzogspalast und die Exponate in neuem Glanz. Und die Figuren der Trauernden
stehen wieder am angestammten Platz.

MBA bedeutet in Dijon nicht bloss Master of Business Administration, es ist auch die Abkürzung für das Musée des Beaux-Arts, das Museum der Schönen Künste. Es ist eines der ältesten Museen in
Frankreich. Untergebracht ist es zusammen mit dem Rathaus der Stadt im ehemaligen Palast der Herzöge von Burgund. Herzog Philipp der Kühne hat den Palast 1364 bezogen, Philipp der Gute baute den nach ihm ernannten Turm an. Aus der Zeit der Herzöge stammen noch die Palastküchen, ein Meisterwerk der weltlichen gotischen Architektur. Später benutzen es die französischen Könige. Mit zwei Räumen öffnete das Museum 1799 erstmals seine Türen. Die Sammlung wuchs stetig, nicht zuletzt mit Werken, die im Zuge der Französischen Revolution beschlagnahmt wurden.

1827 überführte man auch die Gräber der Herzöge von Burgund aus dem Karthäuserkloster von Champmol in den Palast. Am Grabmal Philipps des Kühnen arbeiteten während 25 Jahren drei verschiedene Künstler, Jean de Marville, Claus Sluter und Claus de Werve. Eine Besonderheit sind die Arkaden im Sockel des Grabmals mit 41 trauernden Figuren.

Ebenfalls von Trauernden umringt ist das Grabmal von Johann Ohnefurcht und seiner Gattin Margarete. Alle Trauernden werden ab Juni dieses Jahres wieder an dem ihnen ursprünglich zugewiesenen Platz in Dijon zu sehen sein. Im Moment sind sie auf einer Tournee, die sie durch die USA und Europa führte. Grund dafür ist eine umfassende Renovation des Museums der Schönen Künste, deren grösste und bedeutendste Tranche auch den Gardensaal mit den Grabmälern betraf und im April abgeschlossen wurde.

Weitere Schwerpunkte der Sammlung sind die französische Skulptur und Malerei des 17., 18. und 19. Jahrhunderts und die flämische und niederländische Malerei. Sie ist durch Werke von Peter Paul Rubens und Jan Brueghel der Ältere und Frans Hals vertreten. Zur Sammlung mit französischen Künstlern des 19. Jahrhundert zählen Werke von Théodore Géricault, Gustave Moreau, William Adolphe Bouguereau und James Tissot. Hinzu kommen die Impressionisten Claude Monet, Alfred Sisley und Édouard Manet, von dem allein das Museum vier Gemälde besitzt. Nicht zu vergessen sind die Kunstwerke aus alt-ägyptischer Zeit, darunter Statuetten, Amulette, ein Sarkophag und Mumienporträts.

In ungefähr sechs Jahren wird das ganze Museum samt seiner Umgebung renoviert respektive umgestaltet sein. Dann wird Dijon ausgestattet sein mit einem gastfreundlichen Museum, in dem die Architektur wie auch eine erweiterte Sammlung präsentiert wird.

Gut zu wissen

Öffnungszeiten des Musée des beaux-arts:
Mai - Oktober:9.30 - 18.00 ; sonst:10.00 - 17.00 Uhr
Eintritt frei
www.mba.dijon.fr
www.visitdijon.com

 

Wo der Senf keine Zugabe ist

Scharfer Genuss Der kulinarischen Höhepunkte sind in Dijon so viele, dass eine Aufzählung immer unvollständig bleibt. Ein kleiner Auszug.

Es ist untertrieben zu sagen, dass die Gastronomie in Dijon ein sicherer Wert ist. Denn einerseits wurde das Burgund aufgrund seiner aussergewöhnlichen klimatischen Bedingungen und Bodenbeschaffenheit in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. Andrerseits ist Dijon ein aussichtsreicher Kandidat, im Jahre 2016 zur Gastronomiestadt gekrönt zu werden. Auf alle Fälle sind aber Genuss und Gaumenfreuden zwei Begriffe, die den Bewohnern von Dijon bereits im frühesten Kindesalter gelehrt werden. Es liegt sogar die Vermutung nahe, dass ihnen die Fähigkeit, Gaumenfreuden ausgiebig zu geniessen, bereits in den Genen liegt. Kein Wunder haben sich in Dijon gleich mehrere Köche niedergelassen, die mit Sternen und Hauben dekoriert sind.

Darunter ist Stéphane Derbord, dessen kreative Küche dem Reichtum der Produkte aus dem Burgund ein Kränzchen windet. Oder Jean-Pierre Billoux, der inzwischen mit seinem Sohn zusammen am Herd steht und direkt vor dem Herzogspalast eine gelungene Verbindung zwischen Tradition und Moderne serviert. Ebenfalls zu zweit kochen Nicolas Isnard und David Le Compte. Ihre vierhändigen Kompositionen stehen in völligem Einklang mit den Jahreszeiten. Nicht zu vergessen ist der Zwei-Sterne-Koch William Frachot, dessen kreative Küche nicht nur den Respekt gegenüber den heimischen Produkten, sondern auch seine Reisefreude offenbart. Die grossen Meister am Herd setzen alle auf die Produkte der Region. Denn sie sind die Grundlage einer guten Küche.

Zuallererst ist der Senf zu nennen. Schon im Altertum war die verdauungsfördernde Kraft des kleinen Senfkorns bekannt. Um 1750 hatte der Senfhersteller Jaen Naigeon in Dijon die Idee, den bisher zur Senfherstellung benutzten Essig durch Verjus, den Saft gepresster grüner und damit unreifer Traubenbeeren zu ersetzen. Ausserdem werden die Senfkörner des Dijon-Senfs nicht entölt, was ihm ein besonders volles Aroma verleiht. Das Rezept des Dijon-Senfes war geschaffen.

Seit 1937 ist die Bezeichnung geschützt. Der Schutz betrifft allerdings nur das Rezept, nicht aber die Herkunftsbezeichnung. Damit darf er überall auf der Welt nach Rezept hergestellt werden. Die stilvolle Art in Dijon Dijon-Senf zu kaufen ist im Ladenlokal von Maille, wo nicht nur der Senf, sondern auch andere Produkte aus der Region degustiert und in hübschen Tongefässen oder anderen
Geschenkverpackungen erstanden werden können.

Ein beliebtes Mitbringsel ist auch der typische Lebkuchen aus Dijon. Das Gebäck aus Weizenmehl, Honig und Gewürzen wie Vanille, Zimt, Orangenschale stammt ursprünglich aus China. Herzog Philipp der Gute sorgte dafür, dass es auch in Dijon gebacken und im Laufe der Zeit verfeinert wurde, was ihm schliesslich den ruhmvollen Ruf eintrug, der feinste Lebkuchen Frankreichs zu sein.

Nicht zu vergessen ist die Creme de Cassis. Sie wird nur in Dijon hergestellt aus den schwarzen Johannisbeeren, die in den Höhen der Côte de Nuits gepflückt werden. Vermischt mit dem Weisswein Aligoté wird sie zum Kir.

Auf der Suche nach den typischen Produkten von Dijon empfiehlt sich neben der Boutique Maille auch das Lokal Bourgogne Street, das Touristen wie Einheimische gleichermassen anspricht. Auch hier können die Produkte probiert werden.

Ein Einkaufserlebnis der besonderen Art ist der Wochenmarkt in den Markthallen. Sie wurden von Gustave Eiffel erbaut und stehen unter Denkmalschutz. Die Rufe der Händler, die hier ihre Waren anpreisen, schallen von den hohen Bögen zurück. Ein Augenschmaus sind die farbenfrohen Gemüse, die reif duftenden Käse, dralle Würste, noch lebende Weinbergschnecken, deren Häuschen sich mit leisem Schaben übereinander schieben, und Geflügel, deren steife gelbe Beine aus der Vitrine ragen.

Dies alles gelangt in die Kochtöpfe der Stadt und auf den Tisch. Beispielsweise als coq au vin oder als Poulet Gaston Gérard, ein leicht gratiniertes Poulet an einer Sauce aus dem gekochten Pouletsaft mit Käse, Weisswein, Rahm und Senf. Typisch ist auch der Jambon persillé, der auch Osterschinken genannt wird, eine Sülzwurst, die traditionellerweise zu Ostern und in jeder Familie nach eigenem Rezept hergestellt wurde. An festlichen Familienfeiern und in fast jedem Restaurant wird das Boeuf bourguignon gereicht, dessen Hauptzutaten – wie es der Name sagt – Rindfleisch und heimischer Wein sind, die lange auf kleiner Flamme gekocht werden. Nicht zu vergessen sind die Weinbergschnecken, die von Dijon aus Anfang des 19. Jahrhunderts ihren gastronomischen Siegeszug antraten – was ihrer Art fast zum Verhängnis wurde. Heute sind die Weinbergschnecken geschützt, in den Kochtopf gelangen nur noch eigens für diesen Zweck gezüchtete Exemplare.


Dijon
Der Geschmack von Geschichte und das Vergnügen des Weins. Träumen sie von einer Auszeit mit allen Vorteilen einer Stadt?

Wunderbar!
Ein Aufenthalt in Dijon für zwei Tage und eine Nacht oder für drei Tage und zwei Nächte inklusive Reduktion des TGV-Tickets aus Anlass der Wiedereröffnung des «Musée des Beaux-Arts» und die Rückkehr der Figuren der Trauernden. Entdecken Sie mit einer Rundfahrt in die Umgebung den Weinbau der Region.
Zögern sie nicht länger!

Gültig von September 2013 bis September 2014
Kontaktieren sie uns für alle Auskünfte :
E-Mail : info@otdijon.com / Tel : +33 (0) 892 700 558 (0,34€/mn)
Reservationen unter www.visitdijon.com

Anreise:

Mit TGV LYRIA:
ab Zürich: 02:31 Stunden
ab Basel: 01:24

Mit dem Auto:
Ab Zürich: 3:30 Stunden
Ab Basel: 2:35 Stunden

Quelle: Handelszeitung Irène P. Spinner

 

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