Die Inseln von Guadeloupe EXOTISCHE SCHÖNHEIT

Die Inseln von Guadeloupe EXOTISCHE SCHÖNHEIT gp

Vulkane, Regenwälder,Plantagen und Riff e machen den Archipel Guadeloupe in der Karibik zu einem Ort voller Abwechslungen. Von Isabelle Imhof (NZZ am Sonntag)

Auf diesen Inseln ist vieles ein bisschen anders. Der sirop de groseille ist keineswegs aus Johannisbeeren zubereitet. Er erdankt seine Purpurfarbe den Blütenkelchen einer Hibiskusart. Und der ist kein Kindergetränk, sondern dient der Anreicherung von Rum-Punsch. Ein fromager ist kein Käsehändler, sondern ein Ceiba-Baum, der eine imposante Höhe erreichen kann. Ein soldat muss nicht unbedingt in der Armee dienen, er kann auch als Einsiedlerkrebs eine leere Muschelschale bewohnen. Guadeloupe, ein Archipel in der Karibik, trägt zwar den Namen einer spanischen Madonna, ist aber eine französische Region und ein Département. Kaffee und Kakao Guadeloupe lebt von und mit diesen Widersprüchen. Die Leute lieben ihr Land und ihre Traditionen, die sie den Ferienreisenden gerne näherbringen. Etwa den Kaffeeanbau: Von der bewaldeten Westküste der grössten Insel Basse-Terre schlängelt sich eine Strasse in das malerische Tal Grande Rivière des Vieux Habitants, vorbei an moosbedeckten Felsen und durch Lianenvorhänge, über Bäche und durch dichten Wald. Der Weg endet im Nationalpark und in der alten Kaffeeplantage „La Grivelière“, die gleichzeitig ein Freilichtmuseum ist. Hier oben ist die Luft angenehm frisch, man atmet frei. Einer Führung steht nichts im Wege. Die Kaffeesträucher sind ohne sichtbare Ordnung wild im steilen Gelände
verteilt, stets vor Regen geschützt durch eine benachbarte Bananenpflanze. Die roten Kirschen werden von Hand gepflückt und dann nach altem Verfahren sofort verarbeitet. Der „Guadeloupe Bonifieur” ist wie der berühmte „Jamaica Blue Mountain” eine Arabica-Bourbon-Sorte und ausserordentlich nachgefragt. Auch die Kakaoverarbeitung
wird auf Guadeloupe noch als Handwerk betrieben. Zu kaufen gibt es kunstvoll verpackte Kakaostangen, die man zu Hause weiterverarbeiten kann. Die beiden Hauptinseln von Guadeloupe
könnten unterschiedlicher kaum sein: Grande-Terre ist relativ flach und trocken, besteht hauptsächlich aus Kalkfelsen und ist teilweise von Korallenriffen umgeben. Fast alle
grossen Hotels von Guadeloupe befinden sich an der Südseite. Für Badeferien empfehlen sich die weissen Sandstrände von Gosier, Sainte-Anne und Saint-François. Surfer
finden ihre Spots an der Ostküste. Basse-Terre ist nur durch einen schmalen Wasserarm von der kleineren Grande Terre getrennt. Sie gehört zu einer Reihe von Vulkaninseln. Der Grande Soufrière ist mit 1467 Metern die höchste Erhebung der Kleinen Antillen. Eine Besteigung, gutes Schuhwerk vorausgesetzt, lohnt sich bei klarer Sicht auf jeden Fall. Auf
Basse-Terre kann man in kleinen Hotels oder in den zahlreichen privat geführten gîtes – kleinen Gästezimmern – übernachten. Fische und Vögel Genauso faszinierend wie die Landschaft der Inseln ist die Unterwasserwelt. Der „Grand Cul-de-Sac Marin” umfasst ein Gebiet von 15 000 Hektar, ein Drittel davon ist von Mangroven und sumpfigen Wäldern
überwachsen. Ein Riff von 39 Kilometern Länge hält die Brandung ab. Die geringe Wassertiefe ermöglicht die Entwicklung grosser Flächen von Seegras, wo viele Fischarten,
Krebse und Weichtiere hervorragende Lebensbedingungen vorfinden. Auch Vögel sind in dem UNESCO-Biosphärenreservat zu beobachten: Pelikane, Reiher, Seeschwalben
und Kolibriarten. Manchmal begegnet man beim Schnorcheln einer Wasserschildkröte. Air France bietet Direktflüge von Paris-Charles de Gaulle und Paris-Orly in das Antillen-Paradies
an, so dass die Entspannung bereits während des Fluges beginnen kann.

Auf einen Blick

> Anreise: www.aircaraibes.com, www.airfrance.ch,
www.corsaire.fr, www.xlairways.fr

> Vorbereitung: www.inselnguadeloupe.ch, www.guadeloupe-inseln.com

> Übernachten: Über Vier-Sterne-Standard verfügen: „La Créole Beach” in Gosier; www.creolebeach.com, „La Toubana” (Bungalows) nahe Sainte-Anne; www.toubana.com, „Auberge
de la Vielle Tour“ in Gosier; www.accorhotels.com, „Hôtel Fort Royal“ in Deshaies (Drei Sterne); www.fortroyal.eu.

Auf Basse-Terre gibt es zahlreiche kleine Hotels und Zimmer von privaten Anbietern. www.gitesdefrance-guadeloupe.com,

> Essen: Das Restaurant Karacoli am Strand Grande Anse in Deshaies ist eine Institution. Reservierung empfohlen. Tel. +590 28 47 17, „Quatre Epices”, 25, boulevard Général-de-Gaulle, Le Gosier, Tel. +590 84 54 25.Kaffeeplantage Habitation La Grivelière: Mittagstafel gegen Voranmeldung Tel. +590 98 63 06. Website: http://habitationlagriveliere.com