Château de Bagnols

  • © P. Muradian

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Château de Bagnols Bagnols fr

Königlicher Eintrag im «Gästebuch»

Zeitreise Ein mittelalterliches Schloss mit zeitgenössischem Luxus: ein Traum.

König Karl VIII würde sich auch heute wohl fühlen in Château de Bagnols, wie schon damals, als er 1490 das Schloss besuchte. Noch heute zeugt das königliche Lilienwappen am gigantischen gotischen
Kamin im Saal der Wachen von der königlichen Ehre, sein Eintrag ins Gästebuch des Hauses. Auch heute noch wird hier die «Art de vivre à la française» zelebriert.

Im Herzen des Beaujolais gelegen, weniger als 30 Kilometer von Lyon, bietet das 5-Sterne-Hotel alles, was das Herz an Luxus und Behaglichkeit begehrt. Die 22 Zimmer und Suiten tragen die Namen der verschiedenen Schlossbesitzer seit dem 18. Jahrhundert oder berühmter Personen. Das Hotel mit intaktem Wassergraben und dem imposanten Ziehbrückeneingang steht unter Denkmalschutz.

Als Lord und Lady Hamlyn das Schloss 1987 kauften war es nur noch ein Schatten seiner selbst. Seit dem 2. Weltkrieg war das Schloss verlassen. Das Dach war an einigen Stellen eingebrochen, die Mauern von Rissen durchzogen. Trotzdem oder gerade deswegen wurde ihm damals eine wichtige Rolle zum Schutz der Kunstwerke Lyons zuteil. Die bunten Kirchenfenster der Katedrale St. Jean und die grossen Bilder im Museum St. Pierre wurden demontiert und im Gewölbekeller des Schlosses vor den deutschen Plünerern versteckt.

Während vier Jahren haben die Hamlyns das Schloss renovieren lassen ohne seinen Charakter zu verändern. Zig verschiedene Kunsthandwerker haben den alten Glanz des Gebäudes wieder auferstehen lassen. Gleichzeitig beherrschten die Architekten die Kunst, einen Ort der Behaglichkeit zu schaffen, der auch die modernen Ansprüche an Komfort und Technik erfüllte. Lady Hamlyn persönlich hat die Ausstattung der Zimmer ausgesucht. Das Porzellan, die Gläser und die Wäsche wurden speziell für das Château de Bagnols nach dem Vorbild des 18. Jahrhunderts entworfen. Geschichte und Gegenwart verschmelzen hier zu einer Atmosphäre aus Luxus und Perfektion.

Das Schloss ist Zeuge von acht Jahrhunderten. 1217 liess es Guichard d’Oingt, ein mächtiger Gutsherr als befestigtes mittelalterliches Schoss mit Wassergraben und Ziehbrücke erbauen. Aufgrund seiner Grösse war es vergleichbar mit den Bauten der königlichen Familie und des Klerus.

Wo früher die Wachen ihr Quartier hatten, widmen sich die Gäste heute den Gaumenfreuden. Der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete neue Küchenchef Jean Alexandre Quaratta, der von Paul Bocuse und Yannick Alleno ausgebildet wurde, lässt sich von der Fülle der rustikalen Produkte der Region inspirieren, den einheimischen Wurstwaren, Flussfischen und Käsesorten. Er spielt mit der Kreativität und spiegelt saisonale Eigenheiten auf den Tellern. Wenn es die klimatischen Bedingungen zulassen, können die Gäste auf der Terrasse tafeln, im Schatten hundertjähriger Linden.

Der Garten wurde während der Renaissance angelegt, als das Schloss dem Schatzmeister von Frankreich gehörte. Dieser nutzte es als Wohnhaus und entfernte die Ziehbrücke. Von dieser Zeit zeugen auch die Wand- und Deckenmalereien.

Auch die Französische Revolution konnte dem Schloss nichts anhaben; es diente den Revolutionären gar als Treffpunkt. Einzig die königlichen Lilien im Wappen am Kamin wurden zerstört. Ein Verlust, der sich angesichts des grandiosen Gebäudes und der gebotenen Annehmlichkeiten verschmerzen lässt.

Vergnügen für Augen und Gaumen

Vielfalt Für Wandervögel, Weinfreunde, Gourmets oder Städtebummler: Im Beaujolais kommt keine Langweile auf.

Moulin à Vent, Saint Amour, Fleurie, Morgon, Chiroubles, Juliénas – wem die Namen dieser Weinbaugebiete die Nasenflügel erzittern und ihn im Geiste das Glas heben lässt, der ist im Beaujolais gut aufgehoben. Sie gehören zu den 12 so genannten «Cru», welche die qualitative Spitze der Beaujolais-Weine darstellen und gelagert werden können. Der fruchtige Rotwein aus der Gamay-Traube wird häufig jung getrunken und passt ausgezeichnet zu den Gerichten der Region.

Die bekannteste Stadt der Region ist Lyon, die auch als «ville de gueule», also Stadt des Gaumens bezeichnet wird. Einfach, aber fein, ist das Motto der regionalen Küche: Geflügel aus Bourg-en-Bresse (Bressehuhn), Forellen aus den klaren Flüssen der Alpen, aus den vielen Seen Hecht, Saibling, Felchen, Aal und Flusskrebse, die berühmten Karpfen aus der Dombes, Früchte aus den Monts Lyonnais und dem Rhônetal, Gemüse aus dem Flachland des Departement Ain, die Artischocken aus Vaulx-en-Velin, Käse aus der Dauphiné und dem Ardèche. Nicht zu vergessen der Chartreuse, ein Kräuterlikör, den die Kartäusermönche der grossen Kartause bei Grenoble herstellen, der die Verdauung unterstützt. Serviert werden die Gerichte in den typischen «Bouchons», kleinen traditionellen Restaurants. Wer bei dieser Vielfalt hungrig vom Tisch geht ist selber schuld.

Grosse Küchenchefs – der bekannteste unter ihnen Paul Bocuse – haben den guten Ruf der Lyoner Gastronomie gefestigt. Er und seine Berufskollegen stehen in der Tradition der sogenannten Mères Lyonnaises. Diese Frauen kochten früher im Dienste grosser bürgerlicher Familien und machten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts selbstständig. Zu ihren Kunden gehörten die Handwerksgesellen, die durch Frankreich reisten.

Ist der Bauch voll, empfiehlt sich ein Spaziergang in der Umgebung. Lauschige Wege schlängeln sich durch die Rebberge und lassen den Blick über die grün bepflanzten Abhänge, über die in goldenen Farbtönen leuchtenden Steine und die Ebene schweifen. Zwei Flüsse treffen sich hier, die Rhone und die Saône. Sechs Naturparks in der Region wecken die Lust, tagelang durch die Berge zu streifen.

Weniger Berggängige finden auch in der Stadt Lyon genügend Höhenmeter zum Überwinden. So thront das Wahrzeichen der Stadt, die Basilika Notre-Dame de Fourvière auf der Spitze des gleichnamigen Hügels. Während des Abstiegs in die Altstadt passiert man die zwei römischen Theater, in denen im Sommer regelmässig Konzerte und Schauspiele präsentiert werden.

Auch ein Bummel durch die Altstadt von Lyon lohnt sich. Die mehr oder weniger parallel verlaufenden Hauptgassen sind durch enge Quergässchen - Traboules - verbunden, in denen man bequemer hintereinander als nebeneinander läuft. Sie sind nicht nur Abkürzungen für die ortskundigen Einheimischen, sondern meist auch die Eingänge für die zwischen den Gassen liegenden Häuser. Aber aufgepasst: In die Traboules zu gelangen ist schwierig, denn oft verbergen sie sich hinter einer ganz normalen Haustüre. Deshalb wurden sie im 2. Weltkrieg von der Résistance gerne und oft erfolgreich genutzt, um Verfolger abzuschütteln.

Empfehlenswert ist auch der Besuch von Lyon in der Nacht. Viele Gebäude werden von farbigen Lichtern begestrahlt und bieten einen tollen Anblick. Wer sich daran nicht sattsehen kann, sollte die «Fête des Lumières» anfangs Dezember besuchen, wenn die Stadt in vielfarbiges Licht getaucht wird.

Gut zu wissen
Anreise

Mit dem Auto nimmt man auf der Autobahn A6 die Ausfahrt 31.2 Villefranche sur Saône und gelangt nach 13 Kilometern auf der (D338). Richtung Tarare und Roanne zum Château de Bagnols.

Die Bahnhöfe Lyon Part-Dieu oder Perrache liegen beide 30 Kilometer entfernt.

Der Flughafen Lyon Saint-Exupéry liegt 54 Kilometer entfernt (ca. 50 Minuten)

www.bagnols.com

Quelle:Handelszeitung Carl Y. Weberknecht - Irène P. Spinner

Weitere Informationen

Sehenswert

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